lino is not ordinary

Dienstag, 20.04.2004

[18:07] Erinnerungen:

Erinnerungen prägen den Menchen wie kaum etwas anderes und doch fällt es vielen schwer zu sagen, was Erinnerungen eigentlich ausmacht und noch schwerer fällt es, angemessen - was auch immer das bedeuten mag - mit ihnen umzugehen.
Aber machen wir einen Schritt nach dem anderen:

Erinnerungen sind Eindrücke aus unserer Vergangenheit, die wir, beeinflusst durch unsere Erinnerungen, im Moment ihres Geschehens für wichtig genug hielten, um sie im Langzeitgedächtnis zu speichern. Die Entscheidung, ob ein Ereignis wichtig ist oder nicht, wird selten aktiv gefällt, meist trifft das Unterbewusstsein sie und orientiert sich dabei an den bisherigen Erinnerungen. Diese 'Definition' ist sowohl rekursiv als auch unscharf, aber ich bin weder Psychologe noch Philosoph, daher möge man mir verzeihen, daß ich einfach nur wiedergebe, was ich glaube.

Nun da wir eine Idee haben, wie Erinnerungen entstehen, können wir uns der Frage widmen, was uns dazu veranlasst, uns zu erinnern. Zum einen ist da natürlich unser freier Wille, aber sicherlich kennt jeder auch die Momente, in denen Erinnerungen nur so aus uns hervorsprudeln. Und interessanter Weise können wir nichts dagegen tun, genauso wie wir manchmal nicht in der Lage sind, uns an etwas bestimmtes zu erinnern. Erinnerungen haben ihren eigenen Willen und obwohl sie Teil von uns sind, ist dieser manchmal stärker als wir selbst.

Somit bleibt also nur eine Frage und ich hoffe, ich kann wenigstens darauf eine annähernd befriedigende Antwort geben: Wie können wir am Besten mit unseren Erinnerungen umgehen?
Nun, ich denke das Wichtigste ist es, sich nicht gegen seine Erinnerungen zu wehren, sondern sie zu akzeptieren. Akzeptieren, als das, was sie sind: ein wichtiger Teil von uns, aber nicht der allein bestimmende. Und wir müssen uns bewusst sein, daß Erinnerungen nicht die Realität wiedergeben, sondern sich gegenseitig verfälschen. Ich denke, man kann sie am Besten mit einem Bild aus einer vergangen Epoche vergleichen. Ein Bild mag real erscheinen, aber die Realität ist nicht zwingend so dargestellt, wie sie war. Es liegt an dem Betrachter das Bild zu interpretieren.
[Für Henning]

Ein Kommentar zu diesem Artikel

MadElwood, Wed, 21 Apr 2004 22:07:09 +0200:

Manchmal reicht sogar schon ein Gespraech, bei dem einfach mal gesagt wird, was einem auf derm Herzen liegt und die Erinnerungen sind das was sie sein sollen. Sie wandeln sich nach und nach in nicht mehr schmerzhafte Dinge. Dinge, die einem von Zeit zu Zeit ein laecheln auf die Lippen zaubern koennen. Manchmal muss man ueber Erinnerungen mit jemanden sprechen, der an ihnen nicht ganz unbeteiligt war, damit man alles etwas leichter sehen kann. Verwirrt? Gut.