lino is not ordinary

Mittwoch, 16.11.2005

[19:35] Realität an Schwarz-Rot:

Schön, daß ihr in Berlin euch um die Jugend sorgt. Wirklich. Aber vielleicht solltet ihr euch erstmal um euch selber sorgen, denn ihr leidet offensichtlich an Realitätsverlust. "Killerspiele" wollt ihr also verbieten, damit es unserer Jugend wieder besser geht und niemand mehr Angst haben muss, wenn ihm Abends ein 14-Jähriger über den Weg läuft.

Nur leider ist der Zusammenhang zwischen gewaltätigen Spielen und Gewaltbereitschaft nicht so klar, wie ihr es gern hättet. Denn mal ganz ehrlich: Wir haben als Kinder mindest genauso viel Gewalt in unseren Spielen gehabt. Ob es nun die Plastiksoldaten waren, die wir zu Hunderten im Sandkasten in Stellung und anschliessend mit Chinaböllern oder selbstgebastelten Sprengbomben wieder aus dieser raus gebracht haben oder die zahlreichen Cowboys und Indianer, für die wir stellvertretend schreiend in den virtuellen Tod gerannt sind. Und bisher scheint das doch alles ganz glimpflich ausgegangen zu sein, ich hab hier jedenfalls in letzter Zeit keine Kompanie marodierender Mittzwanziger gesehen, die mordend und brandschatzend durch den Ort gezogen sind.
Die anderen Argumente gegen eure tollen Pläne werd ich hier nun nicht alle wiederholen, das haben genug andere getan, darunter auch einige wichtigere Menschen als ich - ihr habt es trotzdem nicht verstanden. Insofern bleibt mir nur euch um Konsequenz zu bitten und folgende 'Kulturgüter' gleich mitzuverbieten:
Harry Potter - also ich persönlich würd lieber erschossen als in einen Hasen verwandelt zu werden.
Schach - ein Spiel, dessen oberstes Ziel es ist, die Regierung gewaltsam abzusetzen kann ja nur gefährlich sein.
Mensch ärgere dich nicht - "Rauswerfen" ist auch nur eine Verniedlichung von "Töten".

4 Kommentare zu diesem Artikel

Marcus, Wed, 16 Nov 2005 20:34:09 +0100:

Tja, wenn ich bedenke, was ich eben gespielt habe... nehmt Euch nur in acht!
Aber ein populistisches Verbot auszusprechen ist nunmal einfacher, als die wahren Gründe anzugehen. Politik eben.

Thinker, Wed, 16 Nov 2005 22:29:02 +0100:

Und die Zeit bis zum Respawn ist bei Mensch ärgere dich nicht manchmal viel zu lang eingestellt.

-lino-, Thu, 17 Nov 2005 09:39:54 +0100:

Dieser Respawn ist doch an sich schon gefährlich, da wird den jungen Menschen suggeriert, daß der Tod nicht schlimm ist, man kann ja mit etwas Glück einfach wieder zurückkommen.

Nomi, Sat, 19 Nov 2005 12:14:14 +0100:

yeah...habe den angegeben artikel noch nicht gelesen aber einige,die dieses thema auch behandelt haben.frühen waren es die kampfhunde die maulkörbe tragen mussten, jetzt sollen killerspiele verboten werden und in der flimmerkiste laufen weiterhin wunderschöne parodien über spannende leben in denen probleme mit gewalt gelöst werden, gewalt verharmlost und zum alltag wird,....sprich :es wird ein vollkommen falsches lebensbild vermittelt und kleine kinder dürfen sich mit blutbildern, autowraks und ähnlcihem berieseln lassen.dank an unsere medien,dank an die eltern,die all dies ermöglichen und dank an die politiker die die wurzeln der probleme der gesellschaft,sprich: meist familien und subkulturen, nicht erkennen können/wollen,...aus welchen gründen auch immer



so...vielen dank und entschuldigung falls wem mein statement zu unqualifiziert erscheinen mag