[19:35] Realität an Schwarz-Rot:
Schön, daß ihr in Berlin euch um die Jugend sorgt. Wirklich. Aber vielleicht solltet ihr euch erstmal um euch selber sorgen, denn ihr leidet offensichtlich an Realitätsverlust. "Killerspiele" wollt ihr also verbieten, damit es unserer Jugend wieder besser geht und niemand mehr Angst haben muss, wenn ihm Abends ein 14-Jähriger über den Weg läuft.
Nur leider ist der Zusammenhang zwischen gewaltätigen Spielen und Gewaltbereitschaft nicht so klar, wie ihr es gern hättet. Denn mal ganz ehrlich: Wir haben als Kinder mindest genauso viel Gewalt in unseren Spielen gehabt. Ob es nun die Plastiksoldaten waren, die wir zu Hunderten im Sandkasten in Stellung und anschliessend mit Chinaböllern oder selbstgebastelten Sprengbomben wieder aus dieser raus gebracht haben oder die zahlreichen Cowboys und Indianer, für die wir stellvertretend schreiend in den virtuellen Tod gerannt sind. Und bisher scheint das doch alles ganz glimpflich ausgegangen zu sein, ich hab hier jedenfalls in letzter Zeit keine Kompanie marodierender Mittzwanziger gesehen, die mordend und brandschatzend durch den Ort gezogen sind.
Die anderen Argumente gegen eure tollen Pläne werd ich hier nun nicht alle wiederholen, das haben genug andere getan, darunter auch einige wichtigere Menschen als ich - ihr habt es trotzdem nicht verstanden. Insofern bleibt mir nur euch um Konsequenz zu bitten und folgende 'Kulturgüter' gleich mitzuverbieten:
Harry Potter - also ich persönlich würd lieber erschossen als in einen Hasen verwandelt zu werden.
Schach - ein Spiel, dessen oberstes Ziel es ist, die Regierung gewaltsam abzusetzen kann ja nur gefährlich sein.
Mensch ärgere dich nicht - "Rauswerfen" ist auch nur eine Verniedlichung von "Töten".
